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===Trimmen=== | ===Trimmen=== | ||
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||[[File:C172-TrimmWheel.png|199px|thumb|left]] | |||
Die Wichtigkeit des Trimmens erkennst Du schon an dem geradezu riesigen Rad, das dafür verwendet wird: Siehe auf der Mittelkonsole unterhalb des Throttle! | |||
Leider ist es dort meist unterhalb der Bildschirmunterkante versteckt. Man muss also erst den Bildschirmausschnitt ändern um die Trimmung mit dem Mausrad verstellen zu können. Während des Fluges empfehle ich deshalb dazu die Tasten „Pos1“ und „Ende“, entweder auf dem Ziffernblock oder links davon im Funktionsblock, zu benutzen. (Allerdings lässt sich die Trimmung mit dem Maus-Rad über dem großen Trimm-Rad deutlich sensiblere einstellen!) | Leider ist es dort meist unterhalb der Bildschirmunterkante versteckt. Man muss also erst den Bildschirmausschnitt ändern um die Trimmung mit dem Mausrad verstellen zu können. Während des Fluges empfehle ich deshalb dazu die Tasten „Pos1“ und „Ende“, entweder auf dem Ziffernblock oder links davon im Funktionsblock, zu benutzen. (Allerdings lässt sich die Trimmung mit dem Maus-Rad über dem großen Trimm-Rad deutlich sensiblere einstellen!) | ||
*Sei Dir immer bewusst, dass die Trimm-Einstellungen aktive bleiben bis Du sie bewusst zurückdrehst! Die Trimmung wird zwar vom Höhenruder überschrieben, aber nicht zurückgestellt! Wahrscheinlich wird Dir das erst so richtig bewusst werden, wenn Du eine Landung gemacht hast für die Du (oder der Autopilot!) den Gleitflug per Trimm eingestellt hast! Wenn Du dann wieder startest passieren evtl. schreckliche Sachen: Zumeist hebt das Flugzeug dann ab, obwohl Du das noch gar nicht willst – und/oder der Steigflug ist viel zu steil - und bevor Du merkst was los ist bist Du längst abgestürzt! Überzeuge Dich also vor jedem Start davon, dass die Trimmung auf „Take Off“ steht – siehe die Markierung in der Mitte neben dem Rad! | |||
*Ohne entsprechende Trimmung wird auch der schönste Langstreckenflug zur Schwerstarbeit, da Du ständig das Höhenruder halten oder korrigieren musst! Ein paar kleine Änderungen am Trimm können Dir dann einige Freizeit verschaffen! Übrigens arbeitet der Autopilot beim Höhe halten ausschließlich mit dem Trimm und niemals mit dem Höhenruder. Wenn Du Dir einen Gefallen tun willst trimme das Flugzeug grob und übergebe es erst dann dem Autopiloten – wenn Du ein völlig falsch getrimmtes Flugzeug an den Autopiloten übergibst kann es passieren, dass Du längst am Boden zerschellt bist bevor der Autopilot die richtige Trimmung gefunden hat! Auf jeden Fall werden Dir einige Passagiere sehr dankbar dafür sein, wenn Du solche Scherze unterlässt (und der arme ATC und die Rettungsmannschaften auch!). | |||
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===Kurven=== | |||
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||[[File:HB-Solo-10-Turn.png|300px|thumb|left]] | |||
Im vorstehenden haben wir gelernt, das wir es uns bisher sehr, sehr einfach gemacht haben, indem wir die Option „'''''--enable-auto-coordination'''''“ benutzt haben. Nachdem wir nun wissen warum wir das gemacht haben, versuchen wir es ohne diesem Hilfsmittel. | |||
Also starte (ohne „'''''--enable-auto-coordination'''''“) und bringe uns auf einen normal aus-getrimmten Flug, sagen wir Minimum 1000 ft über dem Boden. Dann setze Dir den roten Marker im Gyro-Kompass auf die Richtung in die wir nach der Kurve fliegen wollen – wir wollen eine 360° Kurve fliegen, das heißt wir stellen den Marker genau in die Richtung in die wir gerade Fliegen (also ganz oben im Gyro). Somit hast Du das Ziel immer genau vor Augen und musst nicht ständig überlegen wie weit noch etc. etc.. Wir wollen etwa folgendes Bild erhalten: | |||
Kurven FliegenDie beiden wichtigsten Instrumente sind nun der „'''''Gyro-Horizon'''''“ („künstlicher Horizont“, das braun/blaue Instrument) und der „'''''Attitude Indicator'''''“ („Fluglage-Anzeige“, schräg links darunter, mit der Wasserwaage). | |||
Also starte (ohne „--enable-auto- | |||
Kurven FliegenDie beiden wichtigsten Instrumente sind nun der | |||
Der vielseitige „Gyro-Horizon“ zeigt uns schematisiert und messbar das gleiche wie die Sicht nach außen. Damit ist er meist das wichtigste Instrument – ganz besonders bei IFR-Bedingungen (oder wenn Du Dich aus Versehen in die Wolken verirrst!): | Der vielseitige „Gyro-Horizon“ zeigt uns schematisiert und messbar das gleiche wie die Sicht nach außen. Damit ist er meist das wichtigste Instrument – ganz besonders bei IFR-Bedingungen (oder wenn Du Dich aus Versehen in die Wolken verirrst!): | ||
*Die Linie zwischen braun/blau repräsentiert den Horizont – vergleiche dazu den echten Horizont. Genau in der Mitte des künstlichen Horizonts siehst Du einen kleinen Punkt – dieser repräsentiert die Nase des Flugzeuges, die insbesondere auch nun in der Kurve genau auf dem Horizont bleiben soll(te)! Links und rechts davon siehst Du zwei waagerechte Striche – diese stellen die Tragflächen dar. Wenn im Geradeausflug der künstliche Horizont nicht mit dem Punkt und den angedeuteten Tragflächen auf einer Höhe ist, justiere dies mit der kleinen Stellschraube in der Mitte. (Erinnere Dich: Der rechte Knopf ist dazu da, die Kreisel in dem Gerät zu schützen, wenn es mal ganz böse Turbulenzen gibt!) | |||
*Im oberen Teil des Gyro wird die Schräglage in Grad angezeigt: Von der Mitte nach jeder Seite bis zum Horizont sind es 90°. Diese sind mit 3 größeren Skalen-Markierungen zu je 30° aufgeteilt. Und der erste Abschnitt, als der am meisten benötigte, noch einmal in 3 Teilstriche, also je 10°. Entsprechend unseres jetzigen Schüler-Status sollten wir uns erst einmal mit 10° bis 20° bescheiden. | |||
Dies entspricht einem "Standard Turn", d.h. wir benötigen immer genau 2 Min, egal wie schnell wir fliegen und oder mit welchem Flugzeug. Siehe nachfolgend auch die "Procedure-Turns" - und: Wir haben das schon geübt und bewiesen im "Ersten Solo" bei den ersten Kurven! | Dies entspricht einem "Standard Turn", d.h. wir benötigen immer genau 2 Min, egal wie schnell wir fliegen und oder mit welchem Flugzeug. Siehe nachfolgend auch die "Procedure-Turns" - und: Wir haben das schon geübt und bewiesen im "Ersten Solo" bei den ersten Kurven! | ||
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Lass uns nun versuchen in etwa unseren Bildschirm der vorstehenden Grafik anzupassen: | Lass uns nun versuchen in etwa unseren Bildschirm der vorstehenden Grafik anzupassen: | ||
*Leite die Links-Kurve mit den Ailerons ein: Yoke nach links bis der Turn-Indicator auf der ersten Markierung ist - halte diese Schräglage bei, d.h, Du musst die Ailerons wieder auf Neutral zurückbringen! (Hin und wieder ein bisschen nachjustieren!) | |||
*Bringe mit dem Seitenruder den Ball in der Wasserwaage genau in das Zentrum. Benutze das Seitenruder mit „Gefühl“ - es kommt nicht auf Sekunden an! | |||
*Spätestens jetzt hast Du bemerkte dass Dein Flugzeug zu sinken anfängt, also benutze etwas Höhenruder. | |||
*Etwa 10° vor dem roten Marker im Gyro bringe die Maschine wieder auf Geradeausflug. Dazu steuerst Du möglichst gleichzeitig: | |||
**Mit den Ailerons in die Waagerechte | |||
**Mit dem Seitenruder die Nase in Flugrichtung | |||
**Es sollte nicht nötig sein neu zu trimmen -- gib unserer Cessna etwas Zeit sich wieder zu beruhigen! | |||
Versuchen dies einige Male, bis Du alle Einzelschritte quasi gleichzeitig koordiniert ausführen kannst! | Versuchen dies einige Male, bis Du alle Einzelschritte quasi gleichzeitig koordiniert ausführen kannst! | ||
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Sobald Du Dich einigermaßen zurecht findest, verwende wieder die Sicht zum echten Horizont um zu steuern: | Sobald Du Dich einigermaßen zurecht findest, verwende wieder die Sicht zum echten Horizont um zu steuern: | ||
Steuere die Nase am Horizont entlang - und verifiziere die Fortschritte an den Instrumenten! | :'''''Steuere die Nase am Horizont entlang - und verifiziere die Fortschritte an den Instrumenten!''''' | ||
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Procedure-Turns = Warteschleifen | ===Procedure-Turns = Warteschleifen=== | ||
Wenn das Kurven in etwa klappt, kannst Du etwas richtig Sinnvolles üben: In Deinem Fliegerleben wird es des öfteren vorkommen, dass ein ATC Dich anweist eine Warteschleife zu fliegen – und genau das hat eine Menge mit „Kurven Fliegen“ zu tun. | Wenn das Kurven in etwa klappt, kannst Du etwas richtig Sinnvolles üben: In Deinem Fliegerleben wird es des öfteren vorkommen, dass ein ATC Dich anweist eine Warteschleife zu fliegen – und genau das hat eine Menge mit „Kurven Fliegen“ zu tun. | ||
Eine Standard-Warteschleife sieht so aus: | Eine Standard-Warteschleife sieht so aus: | ||
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||[[File:HB-Procedure_Turn-1.png|300px|thumb|left|<span style="color:green">FIX: Startpunkt</span><br /><span style="color:red">Inbound: Anfliegend</span><br /><span style="color:blue">Outbound: Abfliegend</span>]] | |||
FIX: Startpunkt | *Suche Dir irgend einen markanten Punkt (FIX) in der Landschaft und fliegen ihn an | ||
*Setze den roten Marker des Gyro auf diesen Anflug Kurs (also ganz nach oben) | |||
*Suche Deine Stoppuhr | |||
**GFS ver.1.9: Menü → Debug → Stopwatch | |||
**FGFS ver.2: Menü → Equipment → Stopwatch | |||
*Genau über dem FIX-Punkt starte eine Standard- 180° Rechts-Kurve (bis der rote Marker ganz unten steht) | |||
*Stoppuhr "Reset" und fliege genau 1 Minute gerade aus (in einer echten Warteschleife werden 2 Min. verlangt) | |||
**Dann wieder eine Rechtskurve, bis der rote Marker wieder genau oben steht | |||
**Dann wieder Stoppuhr „Reset“ und wieder genau 1 Minute | |||
*etc. | |||
Wenn Du gut warst (und es einigermaßen windstill war) kommst Du nach jeweils 4 Minuten immer wieder dahin, wo Du angefangen hast!! | |||
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Wenn Du gut warst (und es einigermaßen | |||
===> Dies ist wirklich eine sehr gute, und sogar nützliche Übung!! Siehe zu, dass Du die Höhe hältst, denn in einer Warteschleife sind oft mehrere Flugzeuge mit nur 1000 ft Höhendifferenz!! | ===> Dies ist wirklich eine sehr gute, und sogar nützliche Übung!! Siehe zu, dass Du die Höhe hältst, denn in einer Warteschleife sind oft mehrere Flugzeuge mit nur 1000 ft Höhendifferenz!! | ||
Später, wenn Du auch die Radios zum Navigieren benutzt, wirst Du als "FIX"-Punkt einen VOR, NDB, oder ähnliches verwenden - und somit auch bei widrigen Verhältnissen immer wieder genau zum FIX-Punkt zurückkehren. Zudem findest Du dann auch definierte "Prozedure-Turns" auf den Flugkarten. z.B. in einer Anflugkarte zu EDDF: | Später, wenn Du auch die Radios zum Navigieren benutzt, wirst Du als "FIX"-Punkt einen VOR, NDB, oder ähnliches verwenden - und somit auch bei widrigen Verhältnissen immer wieder genau zum FIX-Punkt zurückkehren. Zudem findest Du dann auch definierte "Prozedure-Turns" auf den Flugkarten. Siehe z.B. in einer Anflugkarte zu EDDF: | ||
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||[[File:HB-Procedure_Turn-2.png|392px|thumb|left]] | |||
Siehe z.B. in einer '''''Anflugkarte zu EDDF:''''' | |||
Du siehst hier drei "Warteschleifen" über den VOR's "FFM", "RID", und "CHA" und eine über dem NDB PSA. | Du siehst hier drei "Warteschleifen" über den VOR's "FFM", "RID", und "CHA" und eine über dem NDB PSA. | ||
Lass uns die Schleife über "CHA" etwas genauer ansehen: Sie wird im Normalfall mit Kurs 285° angeflogen (Gegenkurs also 105°), dabei ist die minimale Höhe 4000 ft. Normalerweise weist aber ATC dem Piloten eine Anflughöhe zu, die der Pilot einhalten muss bis ATC ihm Sinkanweisungen gibt. Das heißt im Normalfall sind mehrere Flugzeuge in einer Warteschleife, vertikal jeweils um 1000 ft getrennt. ATC weist dem zuletzt gekommenen eine Höhe 1000 ft über derzeit höchsten zu, ruft dann als erstes den untersten ab - und weist dann die anderen nacheinander an jeweils um 1000 ft zu sinken! | Lass uns die Schleife über "'''''CHA'''''" etwas genauer ansehen: Sie wird im Normalfall mit Kurs 285° angeflogen (Gegenkurs also 105°), dabei ist die minimale Höhe 4000 ft. Normalerweise weist aber ATC dem Piloten eine Anflughöhe zu, die der Pilot einhalten muss bis ATC ihm Sinkanweisungen gibt. Das heißt im Normalfall sind mehrere Flugzeuge in einer Warteschleife, vertikal jeweils um 1000 ft getrennt. ATC weist dem zuletzt gekommenen eine Höhe 1000 ft über derzeit höchsten zu, ruft dann als erstes den untersten ab - und weist dann die anderen nacheinander an jeweils um 1000 ft zu sinken! | ||
Übrigens sind die "echten" Zeiten für den Geradeausflug 2 Min. - wir hatten dies im letzten Kapitel für die Übungen auf 1 Min verkürzt. | Übrigens sind die "echten" Zeiten für den Geradeausflug 2 Min. - wir hatten dies im letzten Kapitel für die Übungen auf 1 Min verkürzt. | ||
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Anflug | ===Anflug=== | ||
Für den Anflug selbst gibt es 3 grundsätzliche Verfahren: | Für den Anflug selbst gibt es 3 grundsätzliche Verfahren: | ||
*„'''''Pattern'''''“ (Platzrunde): Dies ist das sicherste und einfachste Verfahren. Insbesondere kann man auf diese Weise fremde Plätze erst einmal aus der Luft kennenlernen - und man hat eindeutige Wegpunkte für die Einteilung des Anfluges. Man fliegt den Platz auf Höhe des Pattern (1000 ft AGL) an und schert in einem Winkel von 45° in den Downwind ein. Siehe die Beschreibungen: | |||
**im folgenden Kapitel: Der Traffic Pattern | |||
**beim ersten Solo: Erste Landung | |||
*„'''''Straight In'''''“ (geradeaus rein, ohne Platzrunde): Dies ist nur zu empfehlen, wenn man den Platz schon gut kennt – und ist weltweit nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Tower erlaubt! Zudem ist es sehr schwierig an kleinen Plätzen (ohne DME) etc. die Entfernungen und die benötigten Höhen abzuschätzen! Du kannst diesen Anflug üben, indem Du einen Flugplatz mit „ILS“ anfliegst, dazu die ILS-Instrumente aktivierst - und deren Anzeigen folgst OHNE den Autopiloten einzuschalten! (Oder aber Du benutzt "menü --> View --> Toggle Glide Slope Tunnel" - das wäre natürlich wieder etwas, wo einem echten "Simmer" das Herz blutet - absolut unrealistisch!). | |||
**Siehe das nachfolgende Kapitel: Straight In | |||
*„'''''ILS'''''“: Hierbei benutzt Du die Funknavigation und fliegst die Landebahn auf einem Leitstrahl an. Dies ist also ähnlich dem vorstehenden „Straight In“ - aber per RNAV durchgeführt. | |||
**Siehe das Kapitel: ILS im Kapitel RNAV (Radio-Navigation) | |||
**Siehe das Kapitel: ILS Landung während des „IFR Cross Country“ | |||
'''''Der „Traffic Pattern“ (Die Platzrunde)''''' | |||
<br />Das Nachfolgende gilt wenn der Flugplatz in einer Ebene liegt. Wenn er von Hügeln oder sogar Bergen umgeben ist, musst Du die angegebenen Höhen und Entfernungen dementsprechend anpassen! Vor dem Einflug in die Platzrunde solltest Du den roten Marker Deines Gyro-Kompasses auf die Richtung der Landebahn stellen, um dann sehr einfach die erforderlichen 90° Kurven zu fliegen, indem Du einfach den Kurs so änderst, dass der rote Marker sich in 90° Schritten bewegt: oben → links → unten → rechts → oben. Im Folgenden benutzt Du "1=Upwind" und "2=Crosswing" nur bei Platzrunden - d.h. wenn Du auf dem gleichen Flugplatz startest und sofort wieder landest ! | |||
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||[[File:HB-Traffic-Pattern.png|250px|thumb|left]] | |||
*'''''1 = Upwind''''' (Gegenwind): Nach dem Start steige geradeaus. Auf etwa 500 ft über Platzhöhe drehe 90° nach links (oder verlasse die Platzrunde!) | |||
*'''''2 = Crosswind''''' (Querabflug): Steige weiter auf die Höhe der Platzrunde (zwischen 800 und 1000 ft AGL). Nach ca. 45-60 Sec. mache die nächste 90° Kurve. (Denke an Deine Stoppuhr unter "menü→ debug" (v1.9) oder "menü→Equipment" (v2) ). | |||
*'''''3 = Downwind''''' (Gegenanflug): Halte die Höhe (800-1000 ft AGL). Und Achtung: Hier werden alle Flugzeuge den „Pattern“ betreten, die von außerhalb anfliegen, evtl. auf unterschiedlicher Höhe und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten! Also halte Ausschau! | |||
**Es ist schwierig den Zeitpunkt der nächsten 90°-Kurve zur Base zu bestimmen – die gebräuchlichste Definition ist: 45° vom Aufsetzpunkt. Während Du also Höhe und Richtung hältst schaue über Deine Schulter nach links hinten zur Landebahn, wenn Du dabei den Kopf um 45° drehen musst bist Du richtig! | |||
**Zum Ende des Downwind solltest Du für die Cessna etwa folgende Konfiguration haben: | |||
:::'''''RPM ~2000, Geschwindigkeit ~80 kn, Flaps auf Stufe 1.''''' | |||
*'''''4 = Base''''' (Queranflug): Hier beginnst Du mit dem Sinken: | |||
**Reduziere die RPM langsam auf etwa 1500 und und setze die Flaps auf Stufe 2. | |||
**Halte eine Sinkrate von etwa 500 FPM bei einer Geschwindigkeit von ca. 70 kn. | |||
**Halte Ausschau nach der Landebahn. Kurz bevor diese im rechten Winkel zu Dir steht mache Deine letzte 90° Drehung: | |||
*'''''5 = Final''''' (Endanflug): Bei mir kommt es nur sehr selten vor, dass mich diese letzte 90° Kurve auf den direkten, geraden Kurs zur Landebahn gebracht hat – auch Du musst wahrscheinlich ein bisschen angleichen! | |||
**Fliege dann nicht direkt schräg auf die Landebahn zu – sondern zu einem Punkt deutlich vor der Landebahn um dann Zeit zu haben Dich auf das Landen zu konzentrieren. Das letzte Drittel des „Final“ bezeichnen wir als das „short Final“ - siehe hierzu das nachfolgende Kapitel "Final". | |||
|} | |||
Beachte insbesondere die verkehrstechnisch kritischen Stellen des Pattern: | Beachte insbesondere die verkehrstechnisch kritischen Stellen des Pattern: | ||
*<span style="color:red">'''''in Magenta'''''</span> die Stellen, an denen von auswärts Kommende in den Pattern einfliegen. Diese Stellen sind sehr problematisch, da die Flugzeuge hier evtl. mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Höhen ankommen, also evtl. nur schwer erkennbar sind. | |||
*<span style="color:green">'''''In Grün'''''</span> die Stellen an denen der auswärtige Verkehr den Pattern verlässt. Hier solltest Du besonders aufpassen, wenn Du den Flughafen anfliegst und der Pattern auf der anderen Seite liegt – Du also die Anflug oder Abflug Korridore überqueren musst! Siehe z.B. die blaue Wegmarkierung beim VFR-Anflug auf KLVK. | |||
*Es könnte hilfreich sein hier die MAP zu verwenden '''''<small>(Menüleiste --> Equipment --> Map)</small>''''' , natürlich nur für "nicht ganz lupenreine Simmers"! | |||
Wenn Du genaueres wissen willst, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Platzrunde | Wenn Du genaueres wissen willst, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Platzrunde | ||
Straight In: | '''''Straight In:''''' | ||
Eine direkte „Straight in“ (geradeaus rein) Landung würde idealerweise wie folgt aussehen: | <br />Eine direkte „Straight in“ (geradeaus rein) Landung würde idealerweise wie folgt aussehen: | ||
*Fliege etwas oberhalb der Höhe der Platzrunde an: | |||
**ca. 1500 ft über der Landebahn, RPM bei 2500 und IAS etwa 115 kn. | |||
*Etwa 5 Meilen vor der Landebahn reduziere die RPM (mittels Throttle) auf 1500 RPM und halte die Höhe. | |||
**Achte auf die RPM – diese wird sich im Folgenden wahrscheinlich von selbst etwas reduzieren – halte sie mittels Throttle (Gashebel) auf 1500 RPM! | |||
**Die Geschwindigkeit wird sich reduzieren. | |||
*Bei 90 kn fahre die Flaps eine Stufe aus („''''']'''''“) – dies wird die Geschwindigkeit weiter reduzieren – halte weiterhin die Höhe um die Geschwindigkeit weiter zu reduzieren. | |||
*Bei 70 kn starte Deinen Sinkflug: | |||
**Halte die Geschwindigkeit 70 kn, indem Du steiler oder flacher sinkst (Höhenruder) | |||
**Du kannst natürlich die Trimmung zu Hilfe nehmen, dies hilft zudem auch abrupte Flugbahn-Änderungen zu vermeiden! | |||
**Nachdem Du bei 1500 RPM und 70 kn einen relativ stabilen Sinkflug eingerichtet hast konzentriere Dich auf den Zielpunkt: | |||
***Wandert er nach oben weg - gib mehr Gas - dadurch sinkst Du langsamer bei gleicher Geschwindigkeit. | |||
***Wandert er nach unten weg – reduziere das Gas - dadurch sinkst Du schneller bei gleicher Geschwindigkeit. | |||
***Mache nur sehr sanfte Kurven um die Richtung einzuhalten. | |||
:Mit anderen Worten: '''''Du darfst Alles – aber die Geschwindigkeit muss 70 kn bleiben!''''' | |||
*Bei 1000 ft über der Landebahn fahre die Flaps auf die zweite Stufe („''''']'''''“) und halte weiterhin die 70 kn. | |||
Final | ===Final=== | ||
Vor dem Final: | '''''Vor dem Final:''''' | ||
*Schalte den '''''Autopiloten''''' aus (Maus-Klick auf „AP“) und warte auf das Ende der warnenden Blinkanzeige (Falls Du nicht mit IFR-ILS landest). | |||
*Setze die '''''Mixtur''''' auf „voll fett“ (den roten Knopf rechts neben dem Throttle komplett eindrücken! ("'''''m'''''")). Mache dies zu einem Standard-Reflex bei allen Landungen, damit Du es nie vergisst! Denn ein Aussetzen des Motors mitten im Final ist ein absoluter Schocker! | |||
*Aktiviere die '''''Carb-Heat''''': Wenn Du in sehr feuchter Luft die Höhe reduzierst, kann sich im Vergaser Eis bilden – unabhängig von der Außentemperatur! Also heize den Vergaser etwas auf indem Du den Knopf links vom Throttle herausziehst! | |||
Ausrichten: | '''''Ausrichten:''''' | ||
Landungen werden sehr viel einfacher wenn Du Dir während des Anfluges ein festes Ziel entlang der Landebahn suchst, das Du anpeilen kannst. Und stelle Dein Gehirn darauf ein: Das Treffen des "Aufsetzpunktes" ist nicht so wichtig - wichtiger ist die "Mittellinie" zu halten! Und achte auf den Seitenwind: Eventuell musst Du die Richtung der Nase etwas zur Seite versetzt halten, um geradeaus zu fliegen! | Landungen werden sehr viel einfacher wenn Du Dir während des Anfluges ein festes Ziel entlang der Landebahn suchst, das Du anpeilen kannst. Und stelle Dein Gehirn darauf ein: Das Treffen des "Aufsetzpunktes" ist nicht so wichtig - wichtiger ist die "Mittellinie" zu halten! Und achte auf den Seitenwind: Eventuell musst Du die Richtung der Nase etwas zur Seite versetzt halten, um geradeaus zu fliegen! | ||
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||[[File:HB-Final-Approach.png|left]] | |||
Außer auf die Höhe kommt es natürlich auch darauf an, dass Du möglichst früh Deinen Flugweg (nicht unbedingt die Flugzeugnase!) entsprechend der Landebahn (und evtl. Seitenwind) ausrichtest: | Außer auf die Höhe kommt es natürlich auch darauf an, dass Du möglichst früh Deinen Flugweg (nicht unbedingt die Flugzeugnase!) entsprechend der Landebahn (und evtl. Seitenwind) ausrichtest: | ||
Ideal wäre es natürlich, wenn Du schon im Anflug die Landebahn so schön ausgerichtet vorfindest, wie in (a) gezeigt! | Ideal wäre es natürlich, wenn Du schon im Anflug die Landebahn so schön ausgerichtet vorfindest, wie in (a) gezeigt! | ||
Meistens ist dem aber nicht so – und dann solltest Du nicht den Fehler (b) machen und direkt auf den Landepunkt zufliegen. | Meistens ist dem aber nicht so – und dann solltest Du nicht den '''''Fehler (b)''''' machen und direkt auf den Landepunkt zufliegen. | ||
Suche Dir einen Punkt deutlich vor diesem Punkt (c) und drehen dort auf die Mittellinie ein (d). | Suche Dir einen Punkt deutlich vor diesem Punkt ('''''c''''') und drehen dort auf die Mittellinie ein ('''''d'''''). | ||
Um so eher Du diese Ausrichtung gemacht hast um so besser! Denn Kurven kurz vor dem Aufsetzen kann einem den schönsten Anflug versauen! | Um so eher Du diese Ausrichtung gemacht hast um so besser! Denn Kurven kurz vor dem Aufsetzen kann einem den schönsten Anflug versauen! | ||
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*Bei etwa 500 ft Höhe über der Landebahn fahre die Flaps komplett aus („''''']'''''“) – die Geschwindigkeit sinkt nun auf ca. 60 kn. Halte diese Geschwindigkeit unbedingt - es wird nun kritisch: Denke daran das Böen Deine Geschwindigkeit (gemessen zur Luft) jetzt dramatisch beeinflussen können, du bist nur noch 15 kn über Stall!! | |||
*In etwa 3 ft (1 m) Höhe, kurz vor der Landebahn, fange die Maschine ab („round-out“) und fliege waagerecht weiter. | |||
**Nimm dabei den Throttle LANGSAM zurück und ziehe sachte am Yoke um ein paar Zentimeter Höhe zu halten! | |||
**Die Geschwindigkeit wird sich weiter verringern und schließlich wird die Maschine bei voll gezogenem Yoke durchsacken und bei etwa 45 kn mit den zwei Haupträdern (hoffentlich) gleichzeitig aufsetzen. | |||
*Behalte diese Haltung bei, bis bei etwa 40 kn auch das Bugrad aufsetzt. | |||
*Ab dem Zeitpunkt steuerst Du dann mittels des Bugrades (halte nun bei der Maussteuerung die linke Maustaste gedrückt)! | |||
**Erinnere Dich: '''''Ohne''''' linke Maustaste steuerst Du nur das Rudder (Seitenleitwerk) | |||
*Benutze die Bremsen („'''''b'''''“) erst nachdem die Geschwindigkeit unterhalb 30 kn liegt – ansonsten könntest Du Purzelbäume schlagen! | |||
**Wenn wirklich nötig: Benutze die "Stotterbremse"! | |||
*Rolle mit maximal 10 kn von der Rollbahn. | |||
'''''Für den Anflug und insbesondere dem "Short Final" die richtige Balance zu finden ist der schwierigste Teil beim Fliegen – und benötigt daher viel Übung! Deshalb wurde die Platzrunde erfunden!!''''' | |||
VASI/PAPI | '''''VASI/PAPI''''' | ||
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||[[File:C172-VASI.png |325px|thumb|left|]] [[File:PAPI.jpg |279px|thumb|]] | |||
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Auf wichtigen Flughäfen findest Du zusätzlich an der Landebahn Licht-Signale die Dir zeigen ob Du auf dem Gleitpfad in richtiger Höhe bist. (Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/VASI). | |||
Im Bild siehst Du das so genannte PAPI: 4 rot/weiße Lämpchen nebeneinander. Mehr weiße bedeuten zu hoch, mehr rote bedeuten zu niedrig, halbe/halbe ist genau richtig: | Im Bild siehst Du das so genannte PAPI: 4 rot/weiße Lämpchen nebeneinander. Mehr weiße bedeuten zu hoch, mehr rote bedeuten zu niedrig, halbe/halbe ist genau richtig: | ||
| Line 576: | Line 579: | ||
Das Photo sieht fast perfekt aus: | Das Photo sieht fast perfekt aus: | ||
*70 kn bei 1500 RPM | |||
*Sinkrate ist dabei etwa 500 | |||
*2 weiße und 2 rot Lämpchen | |||
*und nur eine ganz leichte Schräglage weil der Kurs ein bisschen korrigiert wird. '''''Beachte die leichte, sanfte Korrektur -- wenn Du hier grobe Korrekturen vornehmen musst, gibt es nur eins: GoAround !!''''' | |||
''(prima – nachmachen!!)'' | |||
Go Arround = Abbruch der Landung | ===Go Arround = Abbruch der Landung=== | ||
Es gibt viele Gründe warum man eine Landung abbrechen sollte oder sogar muss! z.B.: | Es gibt viele Gründe warum man eine Landung abbrechen sollte oder sogar muss! z.B.: | ||
*Es kann sein dass Du die Landung ganz einfach selbst verkorkst hast – und es noch einmal versuchen solltest. Und ich empfehle Dir dringend beim geringsten Zweifel einen „Go Arround“ zu machen anstatt „es herbei zu zwingen“! Bei Letzterem lernst Du nix – beim „Go Arround“, also einem zweiten Versuch, lernst Du definitiv mehr (sinnvolles!)! Außerdem denke an | |||
**Deine leidenden Passagiere | |||
**die lachenden Zuschauer | |||
**und willst etwa evtl. tatsächlich bis an's Ende aller Tage mit einem kleinen Filmchen im Internet verewigt werden?? | |||
*Es gibt allerdings auch viele Gründe für einen „Go Arround“, für die Du nicht verantwortlich zeichnest! z.B.: | |||
**eine Anweisung durch ATC (Tower) → das bedeutet: Sofort GO-Arround - ohne Diskussion! | |||
**eine starke Windbö kurz vor dem Aufsetzen | |||
**Vögel, Autos, Menschen etc. auf der Landebahn | |||
Du solltest bei jeder Landung damit rechnen, dass Du einen „Go Arround“ durchführen musst! Dann exerziere Folgendes: | Du solltest bei jeder Landung damit rechnen, dass Du einen „Go Arround“ durchführen musst! Dann exerziere Folgendes: | ||
*Sofort volle Power: Throttle voll vorwärts drücken („Bild▲“ bis zum Anschlag halten) | |||
*Langsam in den Steigflug gehen, dabei Fahrwerk und die Flaps schrittweise einziehen | |||
*Die Trimmung überprüfen | |||
*Halte die Landebahn-Richtung bei, bis Du mindestens 500 ft über der Landebahn bist | |||
*Erst dann startest Du den neuen Anflug: | |||
**Bei VFR ohne ATC machst Du eine Platzrunde (Du solltest vor dem Anflug nachgeschaut haben ob die Platzrunde rechts oder links ist!) | |||
**Bei VFR mit ATC informierst Du ATC baldmöglichst und fragst nach Anweisungen | |||
**Bei IFR solltest Du Dir vor dem Anflug die „Missed Approach“ Prozeduren bereit gelegt haben! (Siehe z.B. das Kapitel IAP im "IFR Cross Country") | |||
Kommunikation | ===Kommunikation=== | ||
Nach einiger Zeit wird voraussichtlich auch Dir das alleine Herum-Fliegen langweilig werden. Um Dich etwas zu unterhalten gibt es 3 Möglichkeiten: | Nach einiger Zeit wird voraussichtlich auch Dir das alleine Herum-Fliegen langweilig werden. Um Dich etwas zu unterhalten gibt es 3 Möglichkeiten: | ||
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